Dein Google-Unternehmensprofil ist vollständig, die Bewertungen stimmen, der Ortsname steht in jeder zweiten Überschrift. Und trotzdem taucht dein Betrieb im Umkreis nicht dort auf, wo du ihn erwartest.
Dann liegt es meist nicht am Profil. Es liegt daran, was deine Website über deinen Standort aussagt, und zwar in der Form, in der eine Maschine sie liest.
Suchmaschinen lesen keine Adresse im Footer. Sie lesen Auszeichnungen, Antwortzeiten und Statuscodes. Dieser Artikel zeigt dir, welche technischen Angaben dabei zählen, welche davon heute wirkungslos sind, und was du in einer halben Stunde selbst prüfen kannst.
Wenn du zuerst die Strategie brauchst, also Profil, Bewertungen und lokale Keywords, beginnst du besser bei Lokales SEO Schweiz. Hier geht es um die Schicht darunter.
Deine Standortdaten stehen an drei Orten, nicht an einem
Jeder Betrieb pflegt seine Adresse an mindestens drei Stellen. Meistens weiss niemand, dass es drei sind.
- Im Google-Unternehmensprofil. Ausserhalb deiner Website, von dir gepflegt.
- Sichtbar auf der Website. Footer, Kontaktseite, Impressum.
- Maschinenlesbar im Quelltext. Als strukturierte Daten, die kein Besucher je sieht.
Die dritte Stelle fehlt am häufigsten, und sie ist die einzige, die ohne Interpretation verstanden wird. Eine Adresse im Footer muss Google aus dem Fliesstext herauslösen und erraten, ob sie zum Betrieb gehört oder zu einem Partner. Eine Adresse in strukturierten Daten sagt es ihm.
Widersprechen sich die drei, gewinnt keine. Google sieht einen Betrieb, dessen Angaben nicht zusammenpassen, und rechnet die Unsicherheit gegen alle drei.
LocalBusiness: die Felder, die tatsächlich etwas aussagen
Strukturierte Daten für ein lokales Unternehmen sind ein Block im Quelltext, der maschinenlesbar beschreibt, was dein Betrieb ist, wo er steht und wann er erreichbar ist. Das Format heisst JSON-LD, der Typ heisst LocalBusiness.
Diese Felder tragen:
| Feld | Was es leistet |
|---|---|
| name, telephone, email | Die Grunddaten, exakt so geschrieben wie überall sonst |
| address | Strasse, PLZ, Ort, Kanton und Land als getrennte Angaben statt als Textzeile |
| geo | Breiten- und Längengrad, damit die Zuordnung nicht an der Schreibweise des Ortsnamens hängt |
| openingHoursSpecification | Öffnungszeiten je Wochentag, mit Beginn und Ende |
| areaServed | Das Gebiet, das du bedienst, bei Dienstleistern oft grösser als der Standort |
| sameAs | Profile, die denselben Betrieb zeigen: LinkedIn, Handelsregister, Verzeichnisse |
| hasMap | Der Kartenlink, den du selbst gesetzt hast, statt einem, den jemand anders pflegt |
Ein Detail, das fast immer falsch gemacht wird, sind geschlossene Tage. Wer den Samstag als Zeitfenster von 00:00 bis 00:00 einträgt, meint «geschlossen». Lesbar ist es auch als «durchgehend geöffnet». Der saubere Weg ist, den Tag wegzulassen: Was nicht dasteht, gilt als nicht geöffnet.
Wir halten es auf alpeniq.ch genau so. Im Schema stehen Montag bis Freitag, das Wochenende fehlt bewusst, und die Angaben auf der Kontaktseite stammen aus derselben Quelle wie die im Quelltext.
Was nicht ins Schema gehört
Hier wird es unbequem, denn zwei der meistempfohlenen Massnahmen bringen heute nichts mehr, und eine davon kann schaden.
Bewertungen im eigenen Markup. Ein aggregateRating am eigenen LocalBusiness sieht im Testwerkzeug gut aus und ist trotzdem der falsche Zug. Google schreibt dazu: Wer die Bewertungen über sich selbst kontrolliert, ist mit LocalBusiness- oder anderem Organization-Markup für die Sterne-Darstellung nicht berechtigt. Das gilt ausdrücklich auch für eingebettete Bewertungs-Widgets.
Sterne im eigenen Quelltext erzeugen also keine Sterne in der Suche, sondern nur eine Angriffsfläche. Deine Bewertungen gehören ins Google-Unternehmensprofil, wo Google sie ohnehin anzeigt und wo sie nicht von dir stammen.
FAQ-Markup als Weg zum Rich Result. Google hat die aufklappbare FAQ-Darstellung in den Suchergebnissen im Mai 2026 abgeschaltet, für alle Websites. Ein sichtbarer FAQ-Block bleibt trotzdem wertvoll: Er beantwortet echte Fragen und deckt Suchbegriffe ab, die sonst niemand bedient. Nur führt das Markup nicht mehr zu einer besonderen Darstellung. Wer eine FAQ mit diesem Argument baut, arbeitet auf eine Kennzahl hin, die es nicht mehr gibt.
Angaben, die du nicht hältst. Öffnungszeiten, die nicht stimmen. Ein Servicegebiet, das du nicht bedienst. Ein Firmenname mit Keywords darin. Strukturierte Daten sind eine Zusage, keine Werbefläche, und eine entzogene Darstellung zurückzuholen dauert länger als vorher aufzuräumen.
Und was ist mit KI-Suche?
Die verbreitete Annahme lautet: Wer strukturierte Daten ausliefert, wird häufiger in KI-Antworten zitiert. Dafür gibt es keinen belastbaren Beleg. Eine Vergleichsmessung von Ahrefs vom Mai 2026 über rund 1'900 Seiten gegen 4'000 Kontrollseiten fand für Googles AI Overviews sogar einen leicht negativen Zusammenhang und für die übrigen Antwortsysteme keinen messbaren.
Was belegt ist, klingt langweiliger und wirkt zuverlässiger:
- Zugang. Sperrst du die Crawler der KI-Anbieter aus, kommst du dort nicht vor. Das steht in deren eigener Dokumentation, das ist keine Vermutung.
- Indexierbarkeit. Eine Seite, die nicht im Index steht oder Snippets untersagt, kann nicht zitiert werden.
- Klassisches Ranking. Wer organisch gut steht, wird häufiger herangezogen.
- Thematische Abdeckung. Eine Frage vollständig zu beantworten schlägt jede Auszeichnung.
Strukturierte Daten baust du also für Suchmaschinen und für die eindeutige Zuordnung deines Betriebs, nicht als Hebel für KI-Antworten. Womit sich Sichtbarkeit in KI-Systemen tatsächlich beeinflussen lässt, steht in unserem Artikel zu KI-SEO in der Schweiz.
NAP: eine Quelle, drei Ausspielungen
NAP steht für Name, Adresse, Telefon. Dass die Angaben überall identisch sein müssen, weiss jeder. Dass sie deshalb nur an einer Stelle gepflegt werden sollten, macht kaum jemand.
Der übliche Fehler ist nicht Nachlässigkeit, sondern Verteilung: Die Telefonnummer steht im Footer-Bauteil, auf der Kontaktseite, im Impressum und im Schema. Vier Dateien, vier Gelegenheiten, drei davon zu vergessen. Nach der nächsten Nummernänderung stimmt eine nicht mehr, und es fällt niemandem auf, weil die vier Stellen nie nebeneinander zu sehen sind.
Technisch sauber ist eine einzige Quelle im Code, aus der sich alle Ausspielungen bedienen. Ändert sich die Nummer, ändert sie sich einmal.
Ausserhalb deiner Website kommt die zweite Hälfte dazu. Dort führst du eine Liste statt einer Quelle:
- Google-Unternehmensprofil
- Bing Places
- local.ch und search.ch
- Branchen- und Verbandsverzeichnisse
- Handelsregistereintrag
- Social-Media-Profile
Diese Liste gehört an einen Ort, an dem sie jemand findet, nicht in den Kopf der Person, die die Einträge angelegt hat. Wie du die Einträge selbst aufbaust und pflegst, steht in unserem Guide zu Local SEO für KMU.
Ladezeit: lokale Suche passiert unterwegs
Lokale Suchanfragen kommen überwiegend vom Smartphone, oft unterwegs und im Mobilfunknetz. Damit ist die Ladezeit kein Komfortthema, sondern die Bedingung dafür, dass der Klick aus dem Kartenergebnis überhaupt ankommt.
Google nennt drei Schwellen für eine als gut bewertete Nutzererfahrung:
- LCP unter 2,5 Sekunden, bis das grösste sichtbare Element steht
- INP unter 200 Millisekunden, bis die Seite auf eine Eingabe reagiert
- CLS unter 0,1, wie stark das Layout beim Laden noch springt
Gemessen wird an echten Nutzern, nicht im Labor. Ein Wert, der auf deinem Rechner im Büro-WLAN gut aussieht, sagt über die Person auf dem Parkplatz nichts aus. Welche Hebel die Ladezeit tatsächlich bewegen, zeigt unser Guide zur Website-Geschwindigkeit.
Dazu kommt der Teil, den keine Kennzahl misst: Telefonnummer als Wählverbindung, Adresse als Kartenlink, Formular ohne Zoom bedienbar. Wer aus einer lokalen Suche kommt, will anrufen oder hinfahren, nicht lesen.
Crawlbarkeit: was überhaupt abgeholt werden darf
Alles oben ist wirkungslos, wenn die Seite gar nicht erst gelesen wird. Vier Punkte entscheiden darüber:
- robots.txt. Ein Disallow, das jemand vor drei Jahren für eine Testumgebung gesetzt hat, wirkt heute noch. Das ist der häufigste stille Totalausfall.
- Sitemap. Jede Standort- und Leistungsseite gehört hinein, mit einem Änderungsdatum, das der Wahrheit entspricht.
- HTTPS und saubere URLs. Eine Adresse pro Inhalt, keine Parameter-Varianten, ein Canonical, das auf sich selbst zeigt.
- Firewall und Bot-Filter. Manche Schutzsysteme blocken Crawler, ohne dass es jemand eingestellt hat. In der robots.txt steht dann «erlaubt», in der Antwort steht 403.
Der letzte Punkt fällt selten auf, weil er nicht in den Dateien steht, die man prüft. Wir führen die KI-Crawler auf alpeniq.ch deshalb einzeln in der robots.txt auf. Nicht weil eine Sammelerlaubnis nicht genügen würde, sondern weil eine ausdrückliche Liste prüfbar ist und ein stiller Rückbau auffällt.
In dreissig Minuten selbst prüfen
Sechs Schritte, ohne Werkzeug ausser Browser und den kostenlosen Diensten von Google:
- Quelltext öffnen und nach LocalBusiness suchen. Kein Treffer? Dann ist das der grösste Hebel auf dieser Liste.
- Angaben gegenlesen. Schema, Impressum, Kontaktseite und Google-Profil nebeneinanderlegen und Zeichen für Zeichen vergleichen. Abkürzungen zählen: «Str.» und «Strasse» sind zwei Schreibweisen.
- Öffnungszeiten prüfen. Steht ein geschlossener Tag als Fenster von 00:00 bis 00:00 drin? Dann raus damit.
- Nach aggregateRating suchen. Gefunden? Entfernen, aus den Gründen oben.
- PageSpeed Insights auf der Kontaktseite laufen lassen, mobil, und die Felddaten ansehen, nicht nur den Laborwert.
- Die eigene robots.txt aufrufen und jede Disallow-Zeile begründen können.
Wer diese sechs Punkte sauber hat, hat für seine lokale Sichtbarkeit mehr getan als mit dem nächsten Beitrag über Keywords.
Fazit
Lokale Sichtbarkeit hat zwei Hälften. Die eine ist Pflege: Profil, Bewertungen, Inhalte. Die andere ist Technik, und sie entscheidet, ob die Pflege überhaupt ankommt.
Der Unterschied liegt selten in mehr Massnahmen, sondern in eindeutigen Angaben: eine Quelle für die Standortdaten, ein Schema, das nur behauptet, was stimmt, eine Seite, die auf dem Handy in zwei Sekunden steht, und ein Zugang, den niemand versehentlich verschlossen hat.
Das ist unspektakulär und weitgehend an einem Tag erledigt. Danach wirkt jede weitere Massnahme im lokalen SEO auf einem Fundament statt auf Sand.
Wenn du wissen willst, was auf deiner Seite davon steht und was fehlt, sehen wir es uns an. Wie wir technische Sichtbarkeit aufbauen, steht bei der Leistung SEO; stabil gehalten wird sie über die Website-Wartung. Am schnellsten klärt sich das in einem kostenlosen Strategiegespräch.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist LocalBusiness-Schema?
LocalBusiness ist ein Typ aus dem Vokabular von schema.org, mit dem du Name, Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten, Koordinaten und Servicegebiet deines Betriebs maschinenlesbar auf deiner Website hinterlegst. Der Block liegt als JSON-LD im Quelltext und ist für Besucher unsichtbar. Er ersetzt die sichtbare Adresse nicht, er macht sie eindeutig.
Brauche ich strukturierte Daten, wenn ich ein Google-Unternehmensprofil habe?
Ja, denn die beiden beschreiben verschiedene Orte. Das Profil beschreibt deinen Eintrag bei Google, das Schema beschreibt deine Website. Stimmen beide überein, bestätigen sie sich gegenseitig. Weichen sie ab, hat Google zwei Angaben und keinen Grund, deiner zu folgen.
Darf ich Bewertungen als Sterne in mein Schema schreiben?
Nein. Kontrolliert ein Unternehmen die Bewertungen über sich selbst, sind seine Seiten mit LocalBusiness- oder Organization-Markup für die Sterne-Darstellung nicht berechtigt. Das gilt auch für eingebundene Bewertungs-Widgets. Sterne im eigenen Markup bringen also keine Sterne in der Suche.
Bringt FAQ-Markup noch etwas?
Für die Darstellung in den Suchergebnissen nicht mehr, Google hat sie im Mai 2026 abgeschaltet. Ein sichtbarer FAQ-Block bleibt sinnvoll, weil er echte Fragen beantwortet und Suchbegriffe abdeckt. Das Markup darf stehen bleiben, nur begründet es keine Massnahme mehr.
Wie schnell muss meine Website für lokale Suche sein?
Google nennt als gute Werte einen LCP unter 2,5 Sekunden, einen INP unter 200 Millisekunden und einen CLS unter 0,1, gemessen an echten Nutzern. Weil lokale Suche überwiegend mobil und unterwegs stattfindet, ist der Mobilwert der massgebliche, nicht der Desktop-Wert.
Helfen strukturierte Daten dabei, in KI-Antworten zitiert zu werden?
Dafür gibt es keinen belastbaren Beleg. Eine Vergleichsmessung von Ahrefs vom Mai 2026 fand für AI Overviews sogar einen leicht negativen Zusammenhang. Belegt wirksam sind Crawler-Zugang, Indexierbarkeit, klassisches Ranking und vollständige thematische Abdeckung. Strukturierte Daten baust du für die eindeutige Zuordnung deines Betriebs, nicht für KI-Zitate.
Wie oft muss ich die technischen Angaben prüfen?
Bei jeder Änderung an Adresse, Telefonnummer oder Öffnungszeiten sofort, sonst zweimal im Jahr. Zusätzlich nach jedem Website-Relaunch: Dabei gehen strukturierte Daten am häufigsten verloren, weil sie unsichtbar sind und im Abnahmetermin niemandem fehlen.
Wie unterstützt ALPENIQ dabei?
Wir prüfen, was deine Seite heute maschinenlesbar aussagt, führen die Standortdaten auf eine Quelle zusammen, bauen das Schema so, dass es nur belegbare Angaben enthält, und messen Ladezeit und Crawlbarkeit an echten Werten statt an Laborzahlen. Danach bleibt der Stand über die Wartung stabil, statt beim nächsten Relaunch wieder zu verschwinden.
