MVP
Minimum Viable Product

Kurz erklärt
Ein MVP ist die kleinste Fassung eines Produkts, die eine offene Annahme im echten Einsatz prüfen kann. Nicht die abgespeckte Version des fertigen Produkts, sondern die kleinste, die eine Frage beantwortet: Nutzt das jemand, und zahlt jemand dafür? Das «viable» ist der Teil, der am häufigsten wegfällt – ein MVP muss benutzbar sein, sonst misst es nichts.
Die Frage kommt vor dem Umfang
Ein MVP ohne eine benannte Annahme ist kein MVP, sondern ein unfertiges Produkt. Der erste Schritt ist deshalb nicht die Funktionsliste, sondern ein Satz: «Wir glauben, dass X passiert, und wir irren uns, wenn Y.»
Steht dieser Satz, ergibt sich der Umfang fast von selbst – alles, was zur Prüfung nichts beiträgt, fällt raus. Ohne ihn wird der Umfang zur Verhandlung, und die gewinnt regelmässig, wer am lautesten etwas vermisst.
Was hineingehört und was warten kann
Hinein gehört der eine Weg, den ein Nutzer wirklich geht, vollständig und benutzbar. Warten kann fast alles andere: Administrationsoberfläche, Rechteverwaltung, Mehrsprachigkeit, Auswertungen, Gestaltungsvarianten.
Eine Ausnahme, die keine ist: Sicherheit und Datenschutz warten nie. Ein MVP mit echten Personendaten unterliegt dem Datenschutzgesetz vom ersten Tag an, auch wenn es nur zehn Testnutzer hat.
Woran man erkennt, dass es funktioniert hat
Ein MVP ist erfolgreich, wenn es eine Entscheidung ermöglicht – weiterbauen, drehen oder aufhören. Ein MVP, nach dem man genauso schlau ist wie vorher, hat sein Ziel verfehlt, egal wie gut es aussieht.
Das unbequeme Ergebnis ist dabei das wertvollere: Ein «niemand benutzt es» nach acht Wochen kostet einen Bruchteil derselben Erkenntnis nach zwei Jahren.
Der Fehler, der am meisten kostet
Das MVP wird gebaut, geprüft – und dann als Fundament weiterverwendet. Code, der für eine Frage geschrieben wurde, trägt kein Produkt für fünf Jahre.
Entscheide vor dem Start, was danach passiert: Wegwerf-MVP (schnell, billig, wird ersetzt) oder Fundament-MVP (langsamer, teurer, wächst mit). Beides ist richtig. Nur die Entscheidung im Nachhinein ist teuer.
Wie wir damit umgehen
ALPENIQ Labs schreibt die Annahme vor der ersten Zeile Code auf und nennt beim Start, welcher der beiden Wege gewählt wird. Was nicht zur Prüfung beiträgt, steht nicht im Angebot.
Vorgehen: MVP-Entwicklung, Webapplikationen und Mobile Apps.
Ein Begriff im Angebot, den niemand erklärt hat?
Im Strategiegespräch übersetzen wir das Angebot, das dir vorliegt – auch wenn es nicht von uns stammt.