Eine Seite kann in der Search Console besser dastehen als je zuvor und trotzdem weniger Besucher bringen. Mehr Impressionen, gleiche Position, weniger Klicks.

Das ist kein Messfehler. Es ist eine Zero-Click-Suche: Die Frage wird auf der Suchergebnisseite beantwortet, und niemand muss mehr auf eine Website klicken. Mit den AI Overviews, die Google in der Schweiz seit Ende März 2025 zeigt, und dem AI Mode seit dem 8. Oktober 2025 betrifft das nicht mehr nur das Wetter oder einen Wechselkurs.

Dieser Beitrag klärt, was die Zahlen dazu wirklich sagen, welche Anfragen ihren Klick verlieren und wie du in deinen eigenen Daten siehst, ob es dich betrifft. Wie man in KI-Antworten als Quelle genannt wird, ist ein anderes Thema. Das steht in KI-SEO in der Schweiz.

Was eine Zero-Click-Suche ist

Eine Zero-Click-Suche endet, ohne dass jemand auf ein Ergebnis klickt. Die Antwort steht schon auf der Seite: in einem Antwortkasten, einer Karte, einem Knowledge Panel oder in einer KI-Zusammenfassung.

Das ist an sich nichts Neues. Neu ist, wie viele Fragen Google heute selbst beantworten kann. Früher waren es Fakten mit einer kurzen Antwort. Heute fasst eine KI auch Fragen zusammen, für die man früher drei Websites geöffnet hätte.

Was die Zahlen sagen, und warum sie sich widersprechen

Zwei Messungen stehen sich gegenüber, und beide stimmen.

SparkToro hat ausgewertet, wie viele Google-Suchen in den USA ohne Klick enden: 68,01 Prozent von Januar bis April 2026, gegenüber 60,45 Prozent im Jahr 2024. Der Anteil der Suchen mit mindestens einem Klick, egal wohin, ging um 9,51 Prozentpunkte zurück, ein Minus von 22,9 Prozent (SparkToro, Juni 2026). SparkToro weist selbst darauf hin, dass die beiden Jahre aus verschiedenen Panels stammen und die Google-App nicht enthalten.

Pew Research hat 68'879 Suchen von 900 Erwachsenen in den USA beobachtet. Mit einer KI-Zusammenfassung auf der Seite klickten die Leute in 8 Prozent der Fälle auf ein klassisches Ergebnis, ohne sie in 15 Prozent. Auf einen Link in der Zusammenfassung selbst klickte nur 1 Prozent (Pew Research Center, 22. Juli 2025).

Google sagt dagegen, das gesamte organische Klickvolumen an Websites sei «im Jahresvergleich relativ stabil», und die Klicks seien eher hochwertiger geworden (Liz Reid, Google, 6. August 2025).

Der Widerspruch löst sich auf, wenn man genau liest, was gemessen wurde. SparkToro und Pew messen den Anteil je Suche. Google spricht vom Gesamtvolumen. Wenn mehr gesucht wird und ein kleinerer Teil davon klickt, können beide recht haben. Für dein KMU heisst das: Die Zahl der Klicks im ganzen Netz sagt wenig über deine Seite. Entscheidend ist, welche Art Anfrage dich findet.

Eine Einschränkung gehört dazu: Die Messungen von SparkToro und Pew stammen aus den USA, Google nennt für seine Aussage weder Land noch Zahl. Für die Schweiz gibt es keine vergleichbare Messung. In einer repräsentativen Umfrage von Comparis (1'035 Befragte, März 2026) gaben 76,1 Prozent an, regelmässig KI-Chatbots zu nutzen. Von ihnen setzen 41,6 Prozent sie für die Websuche anstelle einer klassischen Suchmaschine ein (Comparis, April 2026). Ob der Klickverlust hier gleich gross ist, ist nicht gemessen.

Welche Anfragen ihren Klick verlieren

Google nennt das Muster selbst: Bei Fragen, auf die jemand eine schnelle Antwort sucht, ist er mit der ersten Antwort oft zufrieden und klickt nicht weiter. Das Beispiel im Google-Beitrag ist «wann ist der nächste Vollmond».

Für ein KMU lässt sich das in drei Gruppen ordnen:

  • Verlieren am meisten: Definitionen und Fakten. «Was ist eine Wärmepumpe», «wie lange dauert eine Baubewilligung», «was kostet ein Handwerker pro Stunde».
  • Verlieren teilweise: Erklärungen mit mehreren Schritten. Die KI fasst sie zusammen, wer es genau wissen will, klickt trotzdem.
  • Behalten ihren Klick eher: Anfragen mit Kaufabsicht, Vergleiche mit eigenen Zahlen, Inhalte aus erster Hand. Google schreibt, dass Leute eher auf Inhalte klicken, die ihnen mehr bieten, etwa einen ausführlichen Test, eine eigene Perspektive oder eine Analyse aus erster Hand.

Ein Sonderfall ist die lokale Suche. Wer «Coiffeur Winterthur» sucht, sieht eine Karte mit Bewertungen, Öffnungszeiten und einer Telefonnummer. Der Kontakt passiert, aber oft ohne Website. Gemessen wird er dann nicht in deinen Seitenaufrufen, sondern in deinem Google-Unternehmensprofil.

So siehst du es in deiner Search Console

Google zählt Auftritte in AI Overviews und im AI Mode zum normalen Suchverkehr. Sie stehen im Leistungsbericht unter dem Suchtyp «Web» (Google Search Central, Stand Dezember 2025). Seit dem 31. August 2026 gibt es für alle Websites zusätzlich einen eigenen Leistungsbericht zu generativen KI-Funktionen, sofern deine Seiten dort oft genug erscheinen. Er zeigt, wie oft und mit welchen Seiten du in AI Overviews und im AI Mode erschienen bist, aber keine Klicks (Google Search Central, Juni 2026). Wie viele Klicks dich eine KI-Zusammenfassung kostet, lässt sich deshalb nicht direkt ablesen.

Was du messen kannst, ist das Muster:

  1. Öffne den Leistungsbericht und vergleiche zwölf Monate mit den zwölf davor.
  2. Filtere auf Anfragen, die mit «was ist», «wie» oder «warum» beginnen.
  3. Sieh dir Impressionen, Klicks und Position nebeneinander an.
  4. Öffne den Leistungsbericht zu generativen KI-Funktionen und prüfe, ob die Seiten mit sinkender Klickrate dort erscheinen.

Steigen die Impressionen, bleibt die Position gleich und sinkt die Klickrate, ist das das Zeichen einer Zero-Click-Entwicklung. Sinkt dagegen die Position, liegt das Problem woanders, und dann hilft ein SEO-Audit mehr als jede Theorie über KI.

Ergänzend lohnt der Blick in Google Analytics 4: Bringen die verbleibenden Klicks mehr Anfragen als früher? Google schreibt, dass Besucher aus Suchseiten mit AI Overviews eher länger bleiben. Ob das bei dir zutrifft, zeigen nur deine eigenen Zahlen.

Was statt Klicks zählt

Wenn ein Teil der Suchen ohne Klick endet, wird die Klickzahl als alleiniges Ziel zu eng. Drei Kennzahlen tragen besser:

  • Anfragen und Termine. Die einzige Zahl, die direkt Umsatz bedeutet. Zehn Besucher, die anfragen, sind mehr wert als hundert, die eine Definition lesen.
  • Markensuchen. Wer deinen Namen in einer Antwort gelesen hat, sucht ihn später vielleicht direkt. Steigen die Suchen nach deinem Firmennamen, ist das ein Hinweis, dass deine Sichtbarkeit wirkt, auch wenn sie keinen Klick erzeugt hat. Ein Beweis ist es nicht, denn auch Werbung oder Empfehlungen lösen Markensuchen aus.
  • Sichtbarkeit in KI-Antworten. Ob und wie deine Firma in ChatGPT, Gemini oder Google genannt wird, ist messbar, aber nicht in der Search Console. Wie das geht, zeigt KI-Sichtbarkeit messen.

Eine Warnung zur dritten Zahl: KI-Antworten schwanken stark. Dieselbe Frage liefert bei wiederholtem Stellen selten dieselbe Liste von Firmen. Eine einzelne Antwort ist deshalb kein Ergebnis, erst mehrere Durchläufe sind eine Messung.

Was du mit Seiten machst, die keinen Klick mehr bekommen

Eine Seite, die eine Definition liefert und sonst nichts, verliert ihren Wert, sobald die KI die Definition selbst gibt. Löschen musst du sie deshalb nicht. Aber sie braucht einen Grund für den Klick, den die Zusammenfassung nicht liefern kann:

  • Eigene Zahlen: Preise aus deinen Projekten, Erfahrungswerte, eine Auswertung, die es sonst nirgends gibt.
  • Werkzeuge: ein Rechner, eine Checkliste, eine Vorlage. Eine KI kann beschreiben, was ein Rechner tut, aber nicht deine Zahlen einsetzen.
  • Den nächsten Schritt: Wer die Antwort schon kennt, sucht als Nächstes jemanden, der es umsetzt. Die Seite soll diesen Schritt einfach machen.

Was du dagegen nicht brauchst, ist ein Trick für KI. Google schreibt ausdrücklich, dass es keine zusätzlichen Anforderungen und keine besonderen Optimierungen braucht, um in AI Overviews oder im AI Mode zu erscheinen. Die Grundlage bleibt dieselbe wie bei jedem SEO: eine technisch saubere Seite, die eine Frage besser beantwortet als die anderen. Warum ein gutes Ranking allein nicht mehr reicht, steht in SEO im KI-Zeitalter.

Was ALPENIQ hier tut

Im SEO-Audit werten wir deine Search Console aus: wofür du rankst, mit welcher Seite, und welche Anfragen Klicks verlieren. Daraus entsteht ein Plan, welche Seiten einen eigenen Grund für den Klick brauchen und welche so bleiben können. In der laufenden Suchmaschinenoptimierung verfolgen wir danach deine Suchbegriffe.

Ob deine Firma in ChatGPT, Perplexity und Googles KI-Antworten genannt wird, messen wir in KI-Sichtbarkeit messen: jeden Monat mit denselben Testfragen auf sechs Plattformen, statt mit Einzelantworten. Ein Ranking oder eine Nennung garantieren wir nicht. Das kann niemand seriös.

Fazit

Weniger Klicks heissen nicht automatisch weniger Nachfrage. Sie heissen oft, dass ein Teil der Antworten jetzt bei Google steht statt auf deiner Seite. Miss deshalb nicht nur Besucher, sondern Anfragen und Markensuchen. Und gib jeder wichtigen Seite einen Grund für den Klick, den eine Zusammenfassung nicht ersetzt.

Wo du weiterliest

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist eine Zero-Click-Suche?

Eine Suche, die endet, ohne dass jemand auf ein Ergebnis klickt, weil die Antwort schon auf der Suchergebnisseite steht. Das kann ein Antwortkasten sein, eine Karte, ein Knowledge Panel oder eine KI-Zusammenfassung wie die AI Overviews.

Wie viele Google-Suchen enden ohne Klick?

In den USA waren es laut SparkToro von Januar bis April 2026 68,01 Prozent, gegenüber 60,45 Prozent im Jahr 2024. Die Zahlen stammen aus zwei verschiedenen Panels. Für die Schweiz gibt es keine vergleichbare Messung.

Kosten mich AI Overviews Besucher?

Bei Anfragen mit einer kurzen Antwort wahrscheinlich ja. Pew Research hat gemessen, dass Leute mit einer KI-Zusammenfassung auf der Seite in 8 statt 15 Prozent der Fälle auf ein Ergebnis klicken. Wer Details sucht, klickt laut Google eher weiter. Für Anfragen mit Kaufabsicht gibt es keine eigene Messung.

Kann ich in der Search Console sehen, ob AI Overviews meine Klicks kosten?

Nur indirekt. Seit dem 31. August 2026 zeigt ein eigener Bericht, wie oft deine Seiten in AI Overviews und im AI Mode erschienen sind. Klicks weist er nicht aus, und im normalen Leistungsbericht stecken diese Auftritte im Suchtyp «Web». Ein Hinweis ist, wenn bei gleicher Position die Impressionen steigen und die Klickrate sinkt.

Lohnt sich SEO noch, wenn weniger geklickt wird?

Ja, aber mit anderem Ziel. Die Antworten in AI Overviews stammen aus Seiten, die Google findet und versteht. Wer dort fehlt, fehlt auch in der Antwort. Gemessen wird der Erfolg dann an Anfragen und Markensuchen, nicht nur an Besuchern.